WAS DU NICHT SIEHST

Wenn Du zu den Lesern meines Blogs gehörst, die ein eigenes Büro führen, dann hast Du Dich vielleicht schon einmal mit den folgenden Fragen beschäftigt.

Wer oder was hat mich eigentlich damals veranlasst, mein eigenes Büro zu gründen?

Warum war und ist es wichtig für mich, ein eigenes Büro zu haben?

Welche Ziele verfolge ich mit meinem Büro? 

Bist Du zum Beispiel erfolgsorientiert? Geht es für Dich darum, einzig und allein dafür zu sorgen, dass Du genug verdienst, um einen Lebensstandard zu erreichen, den Du für Dich als erstrebenswert erachtest? 

Oder bist Du auf Beziehungen fokussiert? Ist Dir vor allem anderen wichtig, mit Deinen Mitarbeitern und Deinen Kunden einen Zustand von Wohlbefinden und Konsens herzustellen?

Vielleicht hast Du auch eine Vision bzw. einen unternehmerischen Traum, in dem Deine Arbeit dazu beiträgt, die Welt zu verändern und die Welt soll endlich auch davon erfahren und profitieren.

Es ist möglich, dass Du Dich zu den beiden ersten Beispielen nicht immer eindeutig positionieren kannst. Das ist normal. Manchmal ist es wichtig, den Fokus auf das Geldverdienen zu legen. Ab und zu ist es unvermeidlich, sich um die persönlichen Belange der Kunden und/oder der Mitarbeiter zu kümmern. 

Interessant wird es, wenn wir uns fragen, wie es zu den immer wieder auftretenden Schieflagen in diesen beiden Bereichen kommt?

Die gängigste Erklärung ist die, dass eben durch äussere, von uns persönlich völlig abgespaltene Ereignisse ein Engpass in dem einen oder anderen Bereich entsteht.

Das passiert tatsächlich und ist also keine Ausrede, sondern eine Tatsache und daher unbestreitbar.

Und an diesem Punkt wird es spannend. Wir haben oft in der Tat keinen Einfluss auf das, was in unserem Leben geschieht.

Wir haben jedoch immer einen Einfluss auf die Art und Weise, wie wir erleben, was passiert. 

In Zeiten, in denen Du vielleicht schlaflose Nächte hast, weil Du nicht genug Aufträge generierst oder in denen Du wieder einmal feststellst, dass Du die falschen Mitarbeiter hast, ist Dir eines meistens nicht bewusst. Du hast immer die Wahl, wie Du damit umgehen willst, dass Du wenig Aufträge oder die falschen Mitarbeiter hast, soll heissen, wie Du diese Phänomene erleben willst. 

In den meisten Fällen reagieren wir mit Frustration und geraten so in eine emotionale Abwärtsspirale. Wir ziehen uns zurück, mag sein, weil wir uns schämen, es nicht hinzukriegen. Vielleicht wollen wir unsere Partner/ unsere Familie nicht belasten. Und auf keinen Fall wollen wir uns mit Berufskollegen darüber austauschen, denn damit würden wir ja offenbaren, dass wir es nicht hinkriegen. Wir befürchten dann, dass unsere Reputation erheblichen Schaden nehmen könnte. 

Auf diese Weise tragen wir dazu bei, mit schöner Regelmäßigkeit Realitäten zu erzeugen, die wir doch eigentlich unbedingt vermeiden wollen.

Was Du nicht siehst.

Du kennst das sicher aus eigener Erfahrung. Wenn wir uns nur gedanklich mit einem Thema beschäftigen, machen wir in der Regel immer mehr vom Gleichen. Vielleicht fügen wir die eine oder andere Variation hinzu. Doch letztlich schmoren wir im eigenen Saft. Da, wo Veränderung möglich wird, haben wir meist einen blinden Fleck. 

Die gute Nachricht ist, wir tragen die Lösung bereits in uns. Folglich gibt es Wege, sie zu finden. 

Was ist die Alternative?

Vielleicht hast Du folgende Situation oder eine ähnliche auch schon erlebt. Du bist eines schönen Morgens aufgewacht und die Welt hatte sich sozusagen über Nacht verändert.

Was war passiert? 

Im Äusseren war de facto nichts passiert. Doch in Dir war etwas anders als vorher. Vielleicht warst Du verliebt oder Du bist von einer langwierigen Erkrankung genesen und plötzlich hast Du die Welt mit anderen Augen gesehen. Egal, was es war, das Resultat war ein deutlich anderer Blick auf die Welt. Wer hat das gemacht? Die Antwort liegt auf der Hand, kein anderer als Du selbst. 

Du hast also bereits mindestens eine wichtige Referenzerfahrung gemacht. Du weißt, dass Du Deinen Blick auf Situationen und Umstände regulieren kannst. Du entscheidest, wie Du etwas betrachten willst, niemand sonst. 

Du magst jetzt denken, ja klar, das ist einfach, handelt es sich in meinen Beispielen doch um positive Ereignisse. Wer auf Verliebtheit oder auf Genesung von einer ernsthaften Erkrankung mit Sorgen reagiert, der muss schon ein ausgesprochener Pessimist sein.

Eines der vielen Gefühle, die das Kennenlernen eines für uns anziehend wirkenden Menschen oder die Genesung von einer Erkrankung in uns auslösen, ist das Gefühl von Dankbarkeit. Vielleicht war Dir das bisher noch nie so richtig bewusst. Vielleicht würdest Du es Glück, Zufriedenheit oder einfach nur ein gutes Gefühl nennen. Es macht keinen Unterschied, denn allem zugrunde liegt eine Form von Dankbarkeit.  

Jetzt stell Dir mal vor, Du würdest allem und ich meine, wirklich allem, was Du erlebst, mit Dankbarkeit begegnen. Stell Dir vor, Du würdest nichts vom dem was Du erlebst bewerten. 

Es ist was es ist, Punkt und Du fühlst Dankbarkeit.

Das ist unmöglich. Was für eine verrückte Idee. Esoterischer Nonsens. 

Naja. Wer weiß? Vielleicht ja. Vielleicht aber auch nicht. 

Unter uns, wir reden hier ja tatsächlich über Esoterik, die, in ihrer ursprünglichen Bedeutung des Wortes, eine philosophische Lehre darstellt, welche nur einem begrenzten „inneren“ Personenkreis zugänglich war.

Heute wird der Begriff der Esoterik oft mit Okkultem und anderem Hokuspokus in Verbindung gebracht. Doch wenn wir zurückkehren zur ursprünglichen Bedeutung des Wortes dann wird offensichtlich, was der Kern der Lehre der Esoterik ist, die Selbstreflexion. In diesem Zusammenhang von einem inneren Personenkreis zu sprechen, halte ich, auch wenn es ursprünglich nicht so gemeint sein mag, für absolut treffend. Denn machen wir uns nichts vor, wir sind tatsächlich mehr als nur einer. Wenn Du zum Beispiel in einer Konfliktsituation in Dich hinein horchst, dann ist es wahrscheinlich, dass Du viele unterschiedliche Stimmen wahrnimmst. Die eine argumentiert in die eine, die andere in eine andere Richtung. Dr. Gunther Schmidt (Hypnosystemische Konzepte) nennt das unseren inneren Verein und mir gefällt dieses Bild sehr gut. Wenn unserer innerer Verein dann mal wieder so richtig in Fahrt kommt, kann das ganz schön anstrengend werden. Nicht wenige von uns schalten dann irgendwann erschöpft ab und schauen lieber die wer weiß wievielte Netflix Serie an. Das lenkt uns wunderbar ab. Mit unserem Problem können wir uns auch noch ein andermal beschäftigen. Ich will Dich nicht langweilen, Du weißt eh, wie es weitergeht.

Also, allein das Wissen darum, dass Du Dein Erleben selbst bestimmst, wird nicht ausreichen, um Dir aus Deinem Dilemma herauszuhelfen, wenn Du mal so richtig tief drin steckst in Deiner gedanklichen Sackgasse.

Alles schön und gut!

Doch wie kommst Du von der Theorie in die Praxis?

Tacheles - Was sind meine Erfahrungen?

Wo wir gerade über Esoterik sprechen: Eines solltest Du wissen. Ich schreibe nie über etwas, wozu ich nicht mit eigenen, also inneren Erfahrungen beitragen kann. Ich glaube fast nichts, was ich nicht selber erlebe, am eigenen Leib sozusagen. Und ich habe die Dankbarkeit, über die ich schreibe, tatsächlich erlebt. Ich war dankbar für die Unterstützung Anderer, ohne die ich nicht da wäre, wo ich heute bin.

Und eins kann ich Dir sagen, es gab Momente, da fühlte sich das, was sich letztlich als gut für mich herausstellte, gar nicht gut an. In solchen Momenten hätte ich manchmal lieber gesagt, 

Danke, aber nein danke!

Doch hätte ich diesem Ausweichimpuls nachgegeben, dann wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Und das wäre verdammt schade. Denn ich kann heute sagen, ich tue etwas, das ich mit Liebe tue und wenn das jemand Arbeit nennen will, bitte. Doch für mich fühlt es sich an wie die schönste Freizeitbeschäftigung der Welt.

Was wir also brauchen, wenn wir uns im Kreis drehen oder den Mut verlieren, sind Verbündete, die uns all die Fragen stellen, die wir uns selbst niemals stellen würden. Ihre Fragen laden uns ein und unterstützen uns dabei, unsere inneren eingefahrenen Wege einmal zu verlassen, sprich, neue Erfahrungen mit und über uns selbst zu machen.

Vielleicht hast Du auf meiner Website meine Geschichte gelesen und Du weißt, was und vor allem wer mir geholfen hat, meine blinden Flecken aufzudecken. Ja genau, bei mir waren es tatsächlich mehr als nur einer. Auch das kommt vor, muss aber nicht. Die wichtigste Erfahrung, die ich gemacht habe, war die, dass ich mit der Erkenntnis darüber, worum es für mich wirklich geht, belohnt wurde, als ich mich anderen Menschen geöffnet habe. Als ich meine Scham überwunden habe und über die Dinge gesprochen habe, die ich vorher aus vermeintlichem Selbstschutz lieber für mich behalten hatte, veränderte sich etwas, zuerst in mir und in der Folge um mich herum. Der Preis, den ich für meine Verschlossenheit und meine Überzeugung, alles alleine hinzukriegen, über viele Jahre meines Lebens gezahlt habe, war der, dass ich mich wie in einem inneren Gefängnis gefühlt habe. Ich wusste irgendwann, etwas muss sich ändern. Ich hatte lange keine Idee, was dieses ETWAS sein sollte.  

Meine Sicht auf die Welt und in der Folge die Sicht der Welt auf mich veränderten sich, als ich Mitglied einer SUPER GRUPPE wurde, die damals noch Strategiekreis Architekten hieß.

Meine erste Erkenntnis war, so banal und vor allem offensichtlich sie auf den ersten Blick erscheinen mag, 

Ich bin nicht allein. Andere Menschen fühlen und denken ähnlich wie ich.

gefolgt von,

Hier kann ich im Kreis von Gleichgesinnten alles aussprechen, was mich in Bezug auf meine beruflichen und wenn ich es will, auch auf meine ganz persönlichen Themen berührt. 

Sehr schnell wurde mir bewusst, dass alles zusammenhängt und dass die Überzeugung, Berufliches und Privates existieren getrennt voneinander, eine Illusion ist. 

Ich sehe was, was Du nicht siehst.

So könnte das Motto der SUPER GRUPPE lauten. Doch das wäre zu kurz gegriffen, denn in einer SUPER GRUPPE passiert so viel mehr. 

Ich habe schon oft Anfragen erhalten, in denen mich Kollegen von Dir um Referenzen gebeten haben. Ich verstehe das und ich verweise dann gerne auf ein paar wenige Kollegen und Kolleginnen, die sich öffentlich geäussert haben. 

Kooperation statt Konkurrenz.

Was die SUPER GRUPPE auszeichnet ist, dass sie ein exklusiver Kreis von Architekten und Architektinnen ist, die sich entschieden haben, in einen moderierten, offenen und inspirierenden Dialog zu treten. Ihnen allen ist wichtig, dass sie selbst entscheiden können, mit wem sie diese Offenheit teilen möchten. Die meisten wollen ihre Mitgliedschaft nicht öffentlich machen und geniessen es, sich in einem überschaubaren und vertrauten Kreis auszutauschen. Sie gewinnen dabei intensive und inspirierende Einblicke in andere Architekturbüros und in andere Geschäftsmodelle. Nicht selten finden sich sogar interessante Kooperationspartner.

Warum so viel Verschwiegenheit? 

Es wäre tatsächlich blauäugig, wenn wir so tun würden, als wäre Konkurrenz kein Thema. Konkurrenz ist in der Architektur wie in vielen anderen Berufen ein Thema und ich folge dem Wunsch meiner Klienten nach Diskretion.

Über die Bewerbung eines neuen Mitglieds entscheiden die Mitglieder einstimmig. Ich verhalte mich bei der Abstimmung neutral. Im Falle einer Ablehnung- was bisher noch nicht vorgekommen ist -  erhält ein Bewerber die Gelegenheit einer anderen SUPER GRUPPE beizutreten oder eine neue SUPER GRUPPE zu gründen.

Da war noch was!

Vielleicht hast Du Dich während des Lesens der letzten Abschnitte gefragt, wann kommt sie denn jetzt endlich mal auf den Punkt zu sprechen, in dem es um den unternehmerischen Traum geht. Den hat sie doch nicht ohne Grund auch gleich zu Beginn aufgeführt. Hat sie den jetzt etwa vergessen oder was?

Nein, hat sie nicht. Tatsächlich ist das ja eines meiner Lieblingsthemen. Doch wenn eines nicht im Vordergrund steht, dann ist das mein Lieblingsthema. Hier geht es schliesslich nicht um mich, sondern um Dich. Und Dein Thema kann unter Umständen ein ganz anderes sein. Die Themen, denen wir uns in einer SUPER GRUPPE widmen, sind vielfältig.

Und ja, ich muss es erwähnen, denn Du sollst wissen, worauf Du Dich unter Umständen einlässt, wenn Du Mitglied einer SUPER GRUPPE werden willst; also muss ich erwähnen, dass allen Themen die Erforschung und die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit zugrunde liegen. Ist ja eigentlich klar, oder?

Wenn wir nicht wissen, wer wir sind, können wir nicht herausfinden, was wir in der Welt bewegen wollen. Hier schliesst sich der Kreis also wieder und so kommen wir an meinem Lieblingsthema letztlich doch nicht vorbei. Was willste machen? So ist das halt mit unseren unternehmerischen Träumen. Wir bleiben einfach immer dran.

So ist das. Und es ist eine Herausforderung und manchmal schwer, ja durchaus. Aber machbar! Ganz schön schwer, ja. Auf jeden Fall aber MACHBAR und SPANNEND und BEFREIEND und BEREICHERND.

Wenn Du nun noch mehr über die SUPER GRUPPE erfahren möchtest, dann kannst Du hier das vollständige Infomaterial herunterladen:

Infomaterial

ZUM SCHLUSS - Woher kommt der Name SUPER GRUPPE?

Supergroup deutsch: SUPER GRUPPE ist ein Ausdruck aus dem Bereich der Popmusik der 1960er Jahre. Als Supergroup wird eine Band bezeichnet, deren Mitglieder zuvor bereits in anderen, oft sehr bekannten Bands erfolgreich waren oder dort gleichzeitig spielen. Zu den bekanntesten und erfolgreichsten Supergroups zählen Crosby, Stills & Nash oder Emerson, Lake and Palmer sowie Cream und Blind Faith. Volker Eich (Begründer der Strategiekreise, jetzt Super Gruppen) und ich haben diese Analogie gewählt, weil die Mitglieder der SUPER GRUPPE jeweils ihren festen Platz in ihren Architekturbüros haben. Das Wort Super ist hier eine Kurzform für Supervision: ein moderierter, kollegialer Austausch über die eigene Berufstätigkeit.