17.3.1954 - 21.3.2017

In liebevoller Erinnerung

Als ich vier war, verliebte ich mich in einen Leuchtturm. Der Lichtstrahl, den er in die Nacht hinaus schickte, machte ihn zu einem mystischen Wesen meiner kindlichen Welt. Als ich zwölf Jahre alt war, begann ich zu fotografieren. Mein erstes Bild heißt Leuchtturm. Ich ahnte damals nicht, welche Bedeutung dieses Bild einmal für mich haben sollte.

In meiner Familie war es nicht üblich darüber zu sprechen, was uns innerlich bewegte. Wir haben uns einander nicht mitgeteilt. Das Sprechen über Gefühle war tabu. Ich habe gelernt, keine Fragen zu stellen. Mit der Zeit ist mir meine Familie fremd geworden und ich bin mir selbst fremd geworden.

Als es Zeit wurde einen Beruf zu wählen, wollte ich Kunst studieren, aber ich hatte nicht genügend Selbstvertrauen um den Weg des Künstlers zu gehen. Meine Eltern rieten mir, einen sicheren Beruf zu wählen. Mein Vater war Manager in der Bauindustrie. Er sagte, gebaut wird immer. Die Entscheidung für das Architekturstudium war ein Kompromiss.

Ich habe sechzehn Jahre als Architekt gearbeitet, nach meinem Studium zunächst als Angestellter, am Feierabend nahm ich an Architekten-Wettbewerben teil. Ich habe für berühmte Architekten gearbeitet. Darauf war ich sehr stolz. Aber ich hatte keine Karriere als Angestellter im Sinn. Ich wollte berühmt sein und ich wollte lehren. Ich wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin. Als die meisten meiner Kollegen erste Wettbewerbserfolge feierten, stellte ich meine eigene Wettbewerbstätigkeit ein. Ich fühlte mich ausgebrannt und verbrachte viel Zeit in Selbsterfahrungsgruppen. Ich versuchte die Illusion aufrecht zu erhalten, ein freischaffender Architekt zu sein, aber als ich mir eines Morgens die Frage stellte, warum ich nichts baute, vernahm ich deutlich eine innere Stimme, die zu mir sagte:

Du willst gar kein Architekt sein.

Mir wurde klar, dass ich Architekt geworden war, obwohl es nie mein Herzenswunsch gewesen war. Nach dieser Einsicht suchte ich mir einen Job und landete in einem richtig kommerziellen Laden, wo ich als Projektleiter in einem Großprojekt arbeitete. Jeden Donnerstag saßen 30 bis 40 erwachsene Männer in der Baubesprechung zusammen um sich gegenseitig Vorwürfe zu machen. Ich verdiente einen Haufen Geld und fühlte mich erbärmlich. So hatte ich mir meinen Beruf nicht vorgestellt.

Über Weihnachten flog ich nach Lanzarote. Ich saß mit zwei Bekannten am Strand, der Himmel war blau und ich spürte den warmen Wind auf meiner Haut. Es ging um ein paar wesentliche Fragen in unserem Leben und jeder von uns war bereit, die Maske einmal fallen zu lassen. Es war ein ehrliches Gespräch, wie ich es selten zuvor unter Männern erlebt hatte. Mir fiel auf, dass mein Wort hier etwas galt. Genau das fehlte mir bei meiner Arbeit. Während die anderen redeten, dachte ich im Stillen:

 So muss sich Arbeit anfühlen!

Und dann hörte ich wieder diese innere Stimme, die mich laut und deutlich fragte: Bist Du bereit, das jetzt einmal ernst zu nehmen?  Ich antwortete mit einem lauten JA!, das ich unauffällig in das Gespräch der anderen einfließen ließ. Vier Wochen später beendete ich meine Architektenlaufbahn.

Ich habe mich damals gefragt, was meine Aufgabe im Leben sei. Ich wollte herausfinden, worauf beruflicher Erfolg beruht und ich wollte dieses Wissen weitergeben. Ich erinnerte mich wieder an mein Bild vom Leuchtturm. Das Bild hatte mir immer viel bedeutet, aber seine wirkliche Bedeutung sollte sich mir erst jetzt offenbaren. Ich gebe Menschen Orientierung. Ich führe meine Kunden an die Quelle ihres Erfolgs.

Die ersten Jahre waren nicht ganz einfach. Ich hatte weder eine richtige Strategie noch hatte ich ein richtiges Produkt. Im siebten Jahr meiner Beratertätigkeit lernte ich die Evolutionskonforme Strategie kennen. Dabei handelt es sich um eine Strategie, die unternehmerischen Erfolg garantiert, weil sie auf Naturgesetzen beruht.

Die Szene am Strand war die Geburtsstunde der Strategiekreise. Mit dem Strategiekreis Architekten, der heute SUPER GRUPPE heisst, wollte ich einen Raum in der Geschäftswelt etablieren, in dem wir uns über die Themen austauschen, die uns in unserem Innersten bewegen: Was ist meine Aufgabe im Leben? Was gibt meiner Arbeit ihren Sinn? Wie kann ich Menschen für die Dinge begeistern, die mir am Herzen liegen? Wie erschaffe ich eine Community von Kunden, die mich und meine Arbeit lieben?

Unsere Arbeit in den Strategiekreisen basiert auf der Einsicht, dass jedem unternehmerischen Wachstumsschritt immer ein persönlicher Wachstumsschritt vorangeht. Während die Beschäftigung mit sich selbst in der Geschäftswelt immer noch ein Tabu zu sein scheint, geht es in der Kunst fast immer darum, sich selbst zu verwirklichen und die eigenen Grenzen zu erweitern.

Joseph Beuys, der den Begriff der Sozialen Plastik geprägt hat, hat die Gesamtheit der Gesellschaft als Kunstwerk angesehen. Sein Erweiterter Kunstbegriff definiert jedes menschliche Handeln, das zum Wohle der Gesellschaft zur Verfügung gestellt wird, als Kunst. Nach seiner Auffassung besteht die Aufgabe der Kunst darin, in allen Bereichen der Gesellschaft veraltete Lebensformen zu transformieren und auf ein höher entwickeltes Niveau zu bringen. Mit der SUPER GRUPPE genieße ich heute das Privileg jenseits des Kunstmarktes Kunst machen zu dürfen.

Als ich Elke Anna Mehner kennenlernte, war sie zunächst Mitglied in einem der Strategiekreise. Dort hat sie ihre Berufung entdeckt und sie hat sich beruflich vollkommen neu positioniert. Heute haben wir ein gemeinsames Unternehmen. Von Elke Anna habe ich gelernt, dass das Vermitteln von strategischem und unternehmerischem Wissen nicht der wirkungsvollste Teil unserer Arbeit ist. Was dem Wachstum unserer Kunden am meisten dient, ist die Qualität der Beziehung, die sich zwischen ihnen und uns entfaltet. Nachdem der Strategiekreis Architekten als Labor für gelingende Beziehungen etabliert war, haben wir gemeinsam unser Mentor Programm entwickelt, mit dem wir unsere Kunden unterstützen, ihre Mission zu entdecken, nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln und Communities von begeisterten Kunden zu erschaffen.

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