BEGINNER´S MIND

Vor kurzem tauchte diese Phrase vor meinem inneren Auge auf. Wie ein riesiges Werbebanner am Heck eines Sportflugzeugs, von denen ich als Kind in langen Sommerurlauben unzählige am wolkenlosen Himmel über dem Strand hatte kreisen sehen, zog sie durch meinen Kopf.

Und das kam so: Am Tag zuvor hatte ich zum zweiten Mal an einem Salsa Kurs für Anfänger teilgenommen, zu dem ich mich zusammen mit zwei Freundinnen verabredet hatte. Als der Kurs begann, war eine meiner Freundinnen im Urlaub, die andere, eine Architektin, musste länger auf der Baustelle bleiben. Du kennst das...

Ich war enttäuscht. Ich sagte nichts. Die Vorstellung, ganz alleine zu der ersten Kursstunde zu gehen, machte mir allerdings großen Streß. Doch meine Neugier und meine Lust zu tanzen waren größer. Ich nahm also meinen ganzen Mut zusammen und ging hin. Vielmehr fuhr ich hin. Sobald ich auf dem Rad saß und mich dem Ort, an dem ich eine brandneue Erfahrung machen sollte, näherte, begann mein Hirn auf Hochtouren zu arbeiten. Das Verrückte war, es dachte genau das Gegenteil von dem, was ich mir zu denken wünschte. Der blanke Horror. 

Als ich den großen Tanzsaal betrat, wurden meine schlimmsten Befürchtungen prompt bestätigt. In kleinen Gruppen standen nahezu ausnahmslos Paare, die entspannt plauderten. Auf den ersten Blick schien es, als wären ausser mir, ein Mann sowie zwei weitere Frauen solo erschienen. Ich setzte mich auf die äusserste Kante eines original 50er Jahre Cocktailsessels und schob es auf den krassen Klimawechsel von Aussen nach Innen, dass ich plötzlich begann zu schwitzen. Und ich meine, richtig zu schwitzen. Hätte ich es zugelassen, wäre das DIE Chance für mein Hirn gewesen, meine Befürchtungen noch zu verstärken, indem es mir mehr und mehr abwertende Gedanken über die Zuverlässigkeit meiner Freundinnen, sowie über mich und meine wahnsinnige Idee, einen Tanzkurs ohne Partner zu beginnen, eingeflüstert hätte. Doch diesmal wechselte ich vom Wunschmodus in den Entscheidungsmodus und übernahm, so gut es ging, die Kontrolle.  Ich entschied mich, die Zeit zu nutzen, die noch bis zum Start der Tanzstunde blieb, um meine Umgebung und mich zu beobachten. Was in mir vorging, kannst Du Dir jetzt in etwa vorstellen. Doch wie erging es den anderen? Bei genauer Betrachtung waren die Gespräche der Paare, die in Gruppen zusammenstanden, eher aufgeregt, als entspannt. Einige Männer überspielten ihre Aufregung, indem sie einen Witz nach dem anderen erzählten. Einer bestellte an der Bar einen Cuba Libre, mit der Begründung, er könne das, was da auf ihn zukommt, nur im Rausch bewältigen. Manche der Frauen zupften am Saum ihrer Kleider oder überprüften ihr Make-up.

Rate mal, wer langsam aber sicher wieder zur Ruhe kam.

Doch so einfach sollte es nicht bleiben. Unsere kubanische Tanzlehrerin befahl uns auf die Tanzfläche und der Streß kam zurück. Nach ein paar Soloübungen vor dem großen Wandspiegel sollten wir uns paarweise aufstellen. Die Stunde der Wahrheit, hier war sie. Vor mir stand ein Mann, den ich vorher nicht wahrgenommen hatte. Lag es daran, dass er einen Kopf kleiner war als ich oder daran, dass wir alles in allem auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht hätten sein können? Was auch immer der Grund gewesen sein mochte, was zählte, waren meine spontanen Gedanken und die waren: Nein, bitte nicht. Wie komme ich hier raus? Ich will nicht! 

Wir haben es getan. Wir haben an diesem Abend den ersten und zwei weitere Tänze hinter uns gebracht. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Was mir an diesem ersten Abend gelang, war, immer wieder auszusteigen aus meinem Angstprogramm, das sich in Form von Bewertungen und Fluchtimpulsen zeigte. Was mir nicht gelang, war, die Erfahrung des Tanzens schlicht zu geniessen.

Dann kam die zweite Tanzstunde. Alone again. Meine Architektin- Freundin hatte spontan einem Grillabend mit Kollegen den Vorzug gegeben, die andere hatte ein Event vorzubereiten. Diesmal ließ ich sie an beidem teilhaben, an meiner Enttäuschung darüber, wieder alleine zum Kurs zu gehen und an meiner Entschlossenheit, mich meiner Angst vor dem Unbekannten zu stellen.

Als ich an diesem Abend den Tanzsaal betrat, hatte sich etwas verändert. Nicht im Aussen. Dort sah alles exakt so aus, wie in der Woche zuvor. Ich war wieder etwas zu früh dort. Ich setzte mich wieder in einen der 50er Jahre Cocktailsessel und schaute den letzten Übungen einer Gruppe von Salsaschülern zu.

Die zweite Stunde begann wie die erste. Wir wärmten uns mit ein paar Soloübungen auf. Dann kam der Aufruf zur Paarbildung. Wie von selbst fanden ein Mann der offensichtlich neu hinzugekommen war und ich zueiander. Auch diesmal war es so, dass uns neue Schrittfolgen nicht leichtfielen und wir kamen hier und da aus dem Takt. Doch irgendetwas unterschied diesen Abend entscheidend von meiner ersten Tanzstunde. Mein zweiter Tanzpartner war mir genau so fremd, wie der erste. Doch diesmal spielte das interessanterweise keine Rolle.

Was war anders? War ich nervös? Oh ja. Ich war nervös. Doch diesmal war mir meine Aufregung nicht unangenehm. Sie war einfach Teil meiner neuer Erfahrung.

Ich hatte bereits zwei Prüfungen bestanden. Die erste Prüfung, ob meine Entscheidung wirklich einem tiefen Wunsch enstprach bestand ich, als meine beiden Freundinnen mir absagten. Die zweite Prüfung bescherte mir einen fremden Tanzpartner. Und auch, wenn es mir beim ersten Mal noch nicht gelungen war, das Tanzen zu geniessen, unabhängig davon wie gut oder schlecht es mit meinem Tanzpartner ging, so war ich doch stolz auf meinen Mut.

Nach dem ersten Abend war mir etwas klar geworden. Mein Wunsch, etwas zu tun, das ich mir schon sehr lange gewünscht hatte, war größer als meine Angst. Ich hatte aufgehört, meinen Ausreden den Vorzug zu geben und stattdessen eine bewusste Entscheidung getroffen. Ich hatte entschieden, Salsa tanzen zu lernen.

Nachdem ich den ersten Abend überstanden hatte und immer noch Salsa tanzen lernen wollte, wusste ich, dass ich mich den Herausforderungen, die in dem Tanzkurs auf mich zukommen werden, unbedingt stellen würde. Als mir das klar war, erlebte ich die zweite Tanzstunde völlig anders als die erste. Die Enttäuschung über die erneute Absage meiner Freundinnen war in dem Moment verflogen, in dem ich sie ausgesprochen hatte. Es spielte keine Rolle mehr, dass mir mein Tanzpartner fremd war. Ich war neugierig auf die neue Erfahrung. Ging ein Schritt daneben, na und. Beim nächsten ging es besser. Den entscheidenden Unterschied machte meine innerere Einstellung. Ich verfolgte ein attraktives Ziel. Ich öffnete mich den Erfahrungen. Ich hatte keine Ahnung, was auf mich zukam. Doch mir war diesmal völlig klar. Ich konnte nur gewinnen, weil ich neugierig war, weil ich anerkannte, dass ich das, was ich neu lernen wollte, nicht einmal ansatzweise beherrschte.  Was ich fühlte, lässt sich am besten mit dem Begriff Beginner´s Mind beschreiben. Es ist der offene Geist, die Haltung, die sowohl Zweifel wie Zuversicht einschließt sowie die Fähigkeit, die Dinge immer wieder neu zu sehen.

Wovon auch immer Du träumst, es spielt keine Rolle, wie stark Deine momentane Überzeugung sein mag, dass es unmöglich ist, diesen Traum wahr werden zu lassen. Das sind Gedanken, die aus Erfahrungen resultieren. Mehr nicht. Das alles ist vergangen. Deine Zukunft liegt vor Dir wie ein unbeschriebenes Blatt. Das heisst, alles ist möglich. Das einzige, das Du tun musst, ist, eine Entscheidung zu treffen.

Dann mache den ersten Schritt.

Was hält Dich immer noch zurück, das zu tun, wovon Du schon so lange träumst?

Welcher unternehmerische Schritt erscheint Dir so unmöglich, dass Du nicht einmal ernsthaft darüber nachdenken magst?

 Wie ein Partner den anderen beim Tanzen führt, so führe ich Dich durch unser Gespräch, indem ich mit Dir neue Wege beschreite, auf denen sich Deine Ideen entfalten.  Das einzige, was Du mitbringen musst, ist Dein beginner´s mind.

Probiere aus, wie wir miteinander harmonieren. Nutze mein Gratisangebot am ersten Montag eines Monats (eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig) oder verabrede Dich per eMail mit mir zu einem ersten kostenlosen Gespräch an einem Tag Deiner Wahl.

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Come dance with me

Herzliche Grüße

Elke Anna Mehner