WHY DON´T YOU OPEN YOUR HEART

WHY DON´T YOU OPEN YOUR HEART

Zu unserem Coachingtermin erscheint Maria mit 10 minütiger Verspätung. Noch bevor ich ihre Hand ergreifen kann, sagt sie,  „Das ist jetzt echt nicht meine Schuld, dass ich zu spät komme.˝ 

Ich antworte, „Willkommen Maria˝nehme ihre Hand und halte sie einen Moment länger als üblich. „Magst Du etwas trinken? Eine Tasse Tee oder einen Kaffee?˝

Maria überlässt mir ihre Hand, lächelt mich an und sagt, „Tee, bitte.˝

Ich frage, „Was ist passiert?˝

Ich versteh´s einfach nicht. Zwei Stunden vor dem Termin mit Dir hatte ich ein Büromeeting angesetzt. Ich habe rechtzeitig alle meine Mitarbeiter darüber informiert, dass ich sie um 9:00 Uhr in unserem Besprechungsraum erwarte. Ich habe eine Themenliste erstellt und sie einen Tag vorher verteilt. Und ich habe mir extra die Uhr gestellt, um pünktlich das Meeting zu beenden, damit ich vor unserem Treffen noch eine halbe Stunde Zeit habe, um mich darauf einzustellen. Und dann lief die ganze Sache doch wieder aus dem Ruder. Es begann schon damit, dass vier von fünf Mitarbeitern zu spät kamen.˝

„Was glaubst Du, an welcher Stelle hast Du die Kontrolle abgegeben?˝

Maria schaut mich stirnzunzelnd an. „Wie, die Kontrolle abgegeben? Das verstehe ich nicht. Ich war schliesslich pünktlich.˝

„Du hast mir gerade beschrieben, was Du getan hast, um den Ablauf des Meetings nach Deinen Vorstellungen zu gestalten. Richtig?˝

„Stimmt.˝

„Dann hast Du gesagt, dass die ganze Sache wieder aus dem Ruder gelaufen ist. Was mich interessiert ist Deine Einschätzung, an welcher Stelle genau die Sache begann, aus dem Ruder zu laufen.˝

„Eigentlich von Anfang an. Als endlich alle da waren, war ich auf 180. Ich musste mich erst mal sammeln. Dementsprechend holprig ging´s los. Wenn ich sauer bin, kann ich nicht denken. Das machte mich noch wütender und so vergingen wertvolle Minuten, in denen ich voll und ganz damit beschäftigt war... ˝

Noch während Maria spricht, spüre ich, wie sich Frage um Frage in mir formt und als ich den Mund öffnen will, um die erste Frage auszusprechen, schaue ich Maria an.

BEGINNER´S MIND

BEGINNER´S MIND

Vor kurzem tauchte diese Phrase vor meinem inneren Auge auf. Wie ein riesiges Werbebanner am Heck eines Sportflugzeugs, die ich als Kind in vielen Sommerurlauben am strahlend blauen Himmel über dem Strand hatte kreisen sehen, zog sie durch meinen Kopf.

Und das kam so: Am Tag zuvor hatte ich zum zweiten Mal an einem Salsa Kurs für Anfänger teilgenommen, zu dem ich mich zusammen mit zwei Freundinnen verabredet hatte. Als der Kurs begann, war eine meiner Freundinnen im Urlaub, die andere, eine Architektin, musst länger auf der Baustelle bleiben. Du kennst das...

Der veränderte Blick

Der veränderte Blick

In persönlichen Gesprächen mit Interessenten für die SUPER GRUPPE werde ich immer wieder gebeten, über die Erfahrungen von Mitgliedern zu berichten. Es sind Fragen wie: 

Was waren die Beweggründe von Architekten und Architektinnen einer SUPER GRUPPE beizutreten? Was für Erfahrungen und Entwicklungen machen die Mitglieder ganz konkret? Was für konkrete Erfolge stellen sich durch die Mitgliedschaft in einer SUPER GRUPPE ein?  Wie lange sollte ich Mitglied in einer SUPER GRUPPE bleiben? 

Ich habe diese und weitere Fragen zum Anlass genommen, eine Serie von Interviews mit Architekten und Architektinnen zu starten, die bereits seit einigen Jahren Mitglied einer SUPER GRUPPE sind.

Das erste Gespräch führte ich mit Markus Legiehn, Architekt aus Potsdam. Er war Mitglied in einer SUPER GRUPPE (ehemals Strategiekreis Architekten) von Januar 2013 bis März 2017.

Ich wünsche Dir viel Freude bei der Lektüre.

Elke Anna: 

Lieber Markus, ich danke Dir, dass Du Dich für dieses Interview zur Verfügung stellst und für Deine Bereitschaft, interessierte Kollegen und Kolleginnen an den Erfahrungen, die Du in der viereinhalb jährigen Mitgliedschaft in der Berliner SUPER GRUPPE gemacht hast, teilhaben zu lassen. Starten wir also mit der Frage, wie alles begann.

WELCOME TO MY WORLD

WELCOME TO MY WORLD

In 2017 werden die baugewerblichen Umsätze mit 112,2 Milliarden Euro den höchsten Wert der vergangenen zwanzig Jahre erreichen.  Quelle B_I MEDIEN GmbH

Das heisst, Architekten haben wieder gut zu tun, doch qualifiziertes Personal ist scheinbar gerade jetzt spürbar knapp.

Es ist nicht immer leicht, gute Mitarbeiter zu finden. Diese Auffassung ist weit verbreitet, insbesondere, wenn man erfahrene Führungskräfte sucht. Wo genau liegt das Problem?

Die Suche nach den richtigen Mitarbeitern scheitert oft genug daran, dass Architekten nicht wissen, WIE man sie findet und WIE man sie an sich bindet. Bei einer tieferen Betrachtung zeigt sich meistens, dass sich die Ursache für ein Personalproblem im eigenen Geschäftsmodell verbirgt. Und manche/r Büroinhaber/in erkennt nicht, wie er/sie sich selbst im Weg steht.

 

DAS PROBLEM IST NICHT DAS PROBLEM  

Olivers Geschichte  Teil 2

Vor unserem zweiten Treffen hatte ich Oliver vorgeschlagen, ihn in seinem Büro abzuholen. Ich wollte seine Mitarbeiter und die Räumlichkeiten sehen, um mir einen Eindruck von der Unternehmenskultur zu verschaffen. Fünfundzwanzig Mitarbeiter saßen dicht gedrängt auf zwei engen Etagen eines innerstädtischen Bürohauses. Als Oliver mit mir durch die Räume ging, lag eine nervöse Stimmung in der Luft. Der Konferenzraum, in den er mich führte, wirkte wohltuend geordnet. Elegante Tischplatte aus Beton, Charles Eames Stühle, eine großformatige Zeichnung an der Wand, sonst nichts.

WO GEHT´S LANG?

WO GEHT´S LANG?

Würdest Du mir bitte sagen, welchen Weg ich einschlagen muss.

Das hängt in beträchtlichem Maße davon ab, wohin Du gehen willst, antwortete die Katze.

Oh, das ist mir ziemlich gleichgültig, sagte Alice.

Dann ist es auch einerlei, welchen Weg Du einschlägst, meinte die Katze.

LEWIS CARROLL
Alice im Wunderland 

 

Kommt es vor, dass Du hin und wieder an Deiner eigenen Motivation zweifelst? Warum mache ich das alles überhaupt? Lohnt sich die viele Arbeit überhaupt für mich? Wie bekomme ich die Anerkennung, die ich mir wünsche? Aus welcher Quelle schöpfe ich meine Kraft? Was ist das beste Mittel gegen meine Sorgen?

EIN NACHRUF

EIN NACHRUF

Zum ersten Mal scheint es mir nicht möglich, die Worte zu finden, die auszudrücken vermögen, was mich bewegt. Seit den frühen Morgenstunden des 21. März 2017 ist es still in mir. Nicht grundsätzlich. Nicht unaufhörlich. Nicht auf alles bezogen, was mich umgibt und was meine Aufmerksamkeit fordert.

Doch in mir ist eine Lücke entstanden. 

Der Mann, der mir seine Liebe geschenkt hat und fest an meiner Seite stand in allen Lebenslagen, der Mann, der mit mir die Welt ein Stück besser machen wollte, der eine Mission und ein Unternehmen mit mir teilte, er hat diese Welt verlassen.

Ich setze unseren gemeinsam begonnenen Weg fort, mit Leidenschaft und dem festen Glauben, einen wichtigen Beitrag zu leisten, mit meiner Arbeit, die geprägt ist von den Jahren, in denen ich mit Volker zusammen gearbeitet habe. Wir waren einander Lehrer und Schüler. Ich vermisse ihn. Er wird immer an meiner Seite sein.

Petra Froese war über einen Zeitraum von fast drei Jahrzehnten eine enge Vertraute von Volker. Als er und ich ein Paar wurden, waren Petra und Ihr Ehemann Markus die ersten Menschen, die Volker mir vorstellte. Wir mochten einander vom ersten Augenblick an und auch zwischen uns entwickelte sich über die Jahre eine tiefe Vertrautheit und Freundschaft.

Petra und ich waren es, die Volker auf seiner letzten großen Reise bis zu seinem letzten Atemzug zur Seite standen.
Wir waren mit ihm, als eines der für mich größtvorstellbaren Wunder geschah, das ich in ähnlicher Form nur bei der Geburt meiner Tochter erfahren durfte. Damals war es das Wunder, zu erleben, wie ein Mensch auf diese Welt kommt. Mit Volkers Sterben erlebte ich zum ersten Mal in meinem Leben den Moment, in dem ein Mensch diese Welt verlässt.

Petra hat kurze Zeit nach seinem Tod einen Nachruf auf Volker verfasst, in dem sie sein Leben, sein Wirken und auch sein Sterben auf liebevolle und ganz wunderbare Weise beschreibt. 

Ich möchte diesen Nachruf mit Dir und allen, die das Glück hatten, Volker persönlich zu kennen, teilen. 

Herzliche Grüße
Elke Anna Mehner

Ein Nachruf von Petra Froese         

Volker Eich *17.3.1954

Ein wiederkehrender Traum begleitete Volkers ganzes Leben. Darin flog er über weiße Laken, die sich ihm einladend und weich anboten, wellenförmig wogten, so als wehte der Wind darunter her, bereit, ihn aufzunehmen. Es war ihm jedoch unmöglich, zu landen.    

Ein großer Geist hat unsere Erde verlassen und die Welt ist ärmer um einen, der uns berührt, gefördert und gefordert hat, an dem wir uns reiben konnten und manchmal abarbeiten, der uns im Gespräch in höchste Höhen, zu fantastischen Visionen und auch in tiefste Tiefen mitzunehmen wusste. Diese Gabe, die gleichsam Kapital und Fluch gewesen ist, entsprang einem Leben zwischen zwei Polen, zwischen denen er zeitlebens immer wieder zerrieben wurde.

Volker hat am 21.3.2017 um 1:35 Uhr nach schwerer Krankheit seine Erdenreise vollendet. Ihm, der bei den Themen seines Lebens einen langen Atem hatte, fiel am Ende das Atmen sehr schwer.

DER BRANDSCHUTZPAPST

DER BRANDSCHUTZPAPST

von Volker Eich

Als Reinhard Eberl-Pacan entschied, sich als Experte zu positionieren, statt weiterhin als Rundum-Architekt tätig zu sein, war für ihn klar, dass er der Brandschutzpapst werden wollte. Auf den ersten Blick mag dieser Anspruch ein wenig unbescheiden erscheinen, bei genauerer Betrachtung offenbart sich in ihm aber eine Strategie, die sich immer wieder als hoch wirksam erwiesen hat. Reinhard hat eine neue Identität angenommen und dann hat er sich auf den Weg gemacht, um Schritt für Schritt in sein neues Selbstbild hinein zu wachsen.

WENN ICH GLÜHWÜRMCHEN SEHE

WENN ICH GLÜHWÜRMCHEN SEHE

von Volker Eich

Margret trug schwarze Kleidung und sie färbte ihre Haare schwarz, was ihrer äußeren Erscheinung einen Grundton von Traurigkeit verlieh. Im Gegensatz dazu strahlte ihr Gesicht die schiere Lebensfreude aus. Lachende Augen und ein knallroter Mund, oft von einem verschmitzten Lächeln umspielt. Margret war eine hübsche Frau und sie hatte ein sehr gewinnendes Wesen. Sie konnte lachen wie ein Kind und auf den ersten Blick schien sie keinerlei Berührungsängste zu haben. Es war dieser Widerspruch in ihrer äußeren Erscheinung, der ihr eine gewisse Unergründlichkeit verlieh.

Margret war Landschaftsarchitektin. Sie war 2009 in die Super Gruppe eingetreten, die damals noch Strategiekreis Architekten hieß. Insgesamt ist sie sieben Jahre geblieben. Es waren die letzten Jahre ihres Lebens.

 

DAS PROBLEM IST NICHT DAS PROBLEM

DAS PROBLEM IST NICHT DAS PROBLEM

von Elke Anna Mehner

„Du hast vielleicht Nerven! Das kann ich auf keinen Fall machen. Wie stellst Du Dir das vor? Du hast ja keine Ahnung, wie meine Bauherren darauf reagieren würden. Und unter meinen Mitarbeitern würde wahrscheinlich die blanke Panik ausbrechen.”

Oliver hatte während seiner Antwort auf meine Frage, ob er sich vorstellen könne eine Pause einzulegen, um sich einen Urlaub zu gönnen, seine bis dahin entspannte Sitzhaltung aufgegeben. Jetzt saß er auf der Vorderkante seines Stuhles, tippte zu einem für mich unhörbaren Beat rhythmisch mit den Fußspitzen aufs Parkett und schaute mich durchdringend an. 

„Ich stelle mir gar nichts vor. Tatsächlich wollte ich mit meiner Frage Deine Phantasie anregen,” ich hielt kurz inne und konnte mir dann nicht verkneifen, lächelnd hinzuzufügen, „was mir ja auch gelungen ist.”

„Um mir vorzustellen, wie meine Bauherren und meine Mitarbeiter reagieren würden, muss ich meine Phantasie gar nicht bemühen. Das weiß ich einfach. Der neue Mitarbeiter wüsste nach ein paar Tagen schon nicht mehr, was er zu tun hätte und die anderen,” er wedelte mit der Hand durch die Luft, „die würden mal wieder sämtliche Ordnersysteme gründlich durcheinander bringen. Die kannst Du doch keine fünf Minuten alleine lassen. Das kenn ich schon.”

„Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann gehst Du auf dem Zahnfleisch. Waren das Deine Worte?”

„So ungefähr, ja.” 

Oliver hatte mich eine Woche vor diesem Treffen während unserer montäglichen Gratis Beratungsstunde angerufen. Seine Frage, warum es so schwer sei, die richtigen Mitarbeiter zu finden, hatte sich im Laufe unseres Gesprächs zwischen vielen weiteren Themen, die ihn brennend beschäftigten und die er unbedingt ansprechen wollte, verloren.

„Ich glaube, ich brauche mal eine ausführliche Beratung. Da gibt´s echt ne Menge, worüber sich zu reden lohnt.”

Ich hatte ihm vorgeschlagen, dass wir damit beginnen könnten, Struktur in die Vielzahl seiner Themen zu bringen und wir waren am Ende unseres Telefonats übereingekommen, in einer ersten 90 minütigen Sitzung das Thema Mitarbeiter anzugehen.

Hier saßen wir nun also und waren auf dem besten Weg, uns erneut in tausend und einem Thema zu verlieren.

Ich ließ meinen Blick durch das Fenster auf der gegenüberliegenden Gründerzeitfassade zur Ruhe kommen und wartete darauf, dass Pokey LaFarge mit  Something in the water das, inspiriert von Olivers rhythmischem Fußtippen, durch meinen Kopf groovte, zum Ende kam.

„Oliver, ich frage mich gerade, wieviel Sinn es macht, über das Finden der richtigen Mitarbeiter zu reden, solange Du auf dem Zahnfleisch gehst.”

Olivers tippende Füsse kamen abrupt zum Stillstand.

WENN DEIN GANZER KÖRPER AUFMERKSAM IST

WENN DEIN GANZER KÖRPER AUFMERKSAM IST

von Elke Anna Mehner

Johannas Gesichtsausdruck war schwer zu deuten. Ich tippte auf eine Mischung aus Angst und Ungläubigkeit. Ich entschied mich, erst mal den Mund zu halten und abzuwarten. 

Wir hatten an diesem Tag unseren Skype-Termin wie üblich mit einer Rückschau auf die letzten beiden Wochen begonnen. Johanna war meine Kundin in unserem Mentor Programm. Wir arbeiteten seit 4 Monaten zusammen und waren nun nach den Kapiteln Gründungsmythos und persönliche Herausforderung bei dem Kapitel angekommen, in dem es darum geht, die eigene Mission zu formulieren.

Zwei Frage-Antwort-Runden per Mail zum Thema lagen bereits hinter uns. Jetzt saßen wir beide vor unseren Computern. Johanna in ihrem Büro, ich an meinem Arbeitstisch in meiner Wohnung – und wir schauten uns an.